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Offroad in der Türkei

Von idyllischen Waldwegen & Bachdurchquerungen zu Sackgassen und der maximalen verschränkung

Wer uns kennt, weiß: Unser Allrad-LKW ist nicht nur zum Anschauen da.

 

Wenn wir in einem Land sind, zieht es uns früher oder später weg vom Asphalt und rein in die Natur.

In der Türkei haben wir direkt zwei größere Offroad-Touren gewagt – und dabei wieder einmal gelernt, wie wichtig das eigene Bauchgefühl und ein kurzer Radstand sind.

Teil 1: Mikes eigene Kreation – Durch die Wälder nach Narlı

Die erste Tour hat Mike selbst anhand von Satellitenbildern und Karten zusammenrecherchiert.

Unser Startpunkt lag in der Ägäis-Region beim Tuzla Stream (Tuzla Çayı). Von dort aus ging es für uns knackig bergauf, direkt hinein in dichte Wälder.

 

Die Landschaft war der Wahnsinn: unberührte Natur, idyllische Wiesen, und ab und zu trafen wir auf freilaufende Kühe und Pferde. Es gab ein paar kleinere Bachdurchquerungen, aber anfangs nichts allzu Wildes – auch wenn diese für mich (Jana) wie immer schon wieder aufregend genug waren 😉.

Dann kam allerdings der Punkt, an dem die Natur stärker war als der Weg. Eine Passage der Straße war komplett vom Wasser weggespült worden. Vor uns lagen nur noch große, spitze Steine.

Unser Bauchgefühl sagte ganz klar: Umdrehen. Mit einem großen LKW auf einer engen Bergpiste gar nicht so einfach!

Dank unseres kurzen Radstands schaffte Mike das Wendemanöver aber in nur fünf Zügen. Da kein Verkehr war, hieß es einfach: Ruhe bewahren.

Wir fuhren die Strecke ein Stück zurück Richtung Zivilisation und verbrachten die Nacht am Wegesrand – es war überraschend ruhig und wir wurden mit einem genialen Blick auf das Meer belohnt. Am nächsten Tag ging es weiter, und wir kamen schließlich bei dem kleinen Ort Narlı wieder auf normalen Asphalt.

 

Teil 2: Auf den Spuren der Pistenkuh bei Demirci

Weil wir Blut geleckt hatten, starteten wir nur wenige Tage später das nächste Offroad-Abenteuer.

Diesmal folgten wir einem Track aus dem Türkei-Buch der Pistenkuh (übrigens eine absolute Empfehlung für alle Overlander!). Dieses Mal verschlug es uns in die Region rund um Demirci.

Der erste Abschnitt war easy. Da es die Tage zuvor trocken war, kamen wir gut voran – bei Regen wäre die schlammige Strecke sicherlich eine ganz andere Hausnummer gewesen. Wir verbrachten zwei wunderschöne, einsame Nächte auf dem Berg, bevor es an den zweiten Teil der Route ging.

 

Hier trafen wir anfangs sogar noch ein paar Locals in ihren normalen PKWs. Doch kurz nachdem wir abbogen, wurde es richtig spannend:

  • Weg freiräumen: Wir mussten immer wieder aussteigen, um dicke Äste und Felsen vom Weg zu räumen.

  • Tiefere Furchen: Die Bachdurchquerungen wurden von Mal zu Mal schwieriger, weil das Wasser tiefe Rillen in den Boden gefressen hatte.

Und dann passierte es: Bei einer der tieferen Durchquerungen brach Mike mit dem Hinterrad des LKWs ein.

Plötzlich hingen wir ziemlich schräg im Bachlauf! Ein kurzer Schreckmoment, aber Mike blieb cool: Rückwärtsgang rein, Differenzialsperre dazu und mit Gefühl zurückgesetzt. Das klappte problemlos – drei Räder hatten ja zum Glück noch festen Boden unter sich.

 

Wir stiegen aus und bewerteten die Lage neu. Der Weg vor uns wurde im weiteren Verlauf nur noch schlimmer und hinter der nächsten Kurve wäre für unsere Fahrzeuggröße endgültig Schluss gewesen. Zum Glück gab es genau hier eine etwas breitere Stelle im Wald.

 

Wir drehten um, fuhren ein Stück zurück und bauten unser Lager für die Nacht direkt am Bach auf.

Super idyllisch, mitten im tiefsten Wald – allerdings auch komplett ohne Internetsignal. Da wir von unterwegs arbeiten, mussten wir am nächsten Tag dann leider wieder weiterziehen.


Mikes Fazit zur LKW-Technik

Solche Touren zeigen immer wieder, wie wichtig das richtige Setup ist.

Ohne Allrad und vor allem ohne die Differenzialsperre wären wir in diesem Bachlauf stecken geblieben. Wer abseits der Zivilisation unterwegs ist, darf sich beim Material keine Fehler erlauben. Das gilt für den Antrieb genauso wie für unser Setup um autark zu sein.

 

Ihr plant euren eigenen Offroad-Camper und grübelt über die passende Stromversorgung, andere Komponenten oder die richtige Fahrzeugwahl? Meldet euch bei uns – Mike steht euch gerne für eine individuelle Beratung zur Verfügung!

 


UNSER OFFROAD-TIPP:

  • Luftdruck: Vor den steinigen und matschigen Passagen senken wir den Reifenluftdruck, um mehr Auflagefläche und Grip zu haben.

  • Bauchgefühl: Wenn dir der Weg zu heiß wird, dreh um. Es ist keine Schande, eine Piste nicht zu beenden. Das Wohl des Fahrzeugs (und dir selbst) gehen vor!

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