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Mit dem Camper nach SIZILIEN - unser Fazit

Intensiv und abwechslungsreich

Zwischen karibisch, blauem Wasser und Müllhalden - Sizilien hat sich uns wirklich von allen Seiten gezeigt. Obwohl wir hier über einen Monat verbrachten, haben wir noch lange nicht alles gesehen. Eines können wir aber Versprechen: es ist abwechslungsreich und hat für jeden was zu bieten. Wer die Insel allerdings mit dem eigenen Camper oder LKW bereist, braucht gute Nerven für den Verkehr - es ist wie im restlichen Italien (nur ein bisschen wilder 😉)

Wir kamen am 01.März 2026 nach über 2 Monaten Tunesien wieder in Palermo im Hafen an - später Nachmittag - und für uns war schon im Vorfeld klar: so schnell wie möglich raus aus der Stadt. Mit unserem Fahrzeug macht es absolut keinen Spaß durch Palermo zu fahren und so wählten wir nach dem Hafen direkt die große Küstenstraße Richtung Osten. Beim Gewerbegebiet fuhren wir dann weg vom Meer, auf die Autobahn und als ersten Übernachtungsplatz wählten wir einfach nur einen Parkplatz hinter einem Einkaufszentrum. Einfach, praktisch, gut. Die kommenden Wochen erkundeten wir dann Sizilien und waren überrascht wie vielseitig diese Insel doch ist. 

Zahlen, daten, fakten

  • Fläche: ca. 25.711 km² - größte Insel im Mittelmeer (Zum Vergleich: Deutschland hat 357.683 km²)

  • Einwohnerdichte: ca. 198 Personen/km² (Zum Vergleich: Deutschland hat ca. 233).

  • Sprache: Italienisch. Englisch wird eigentlich nur in touristischen Gebieten gesprochen, ab und zu spricht aber sogar ein Sizilianer Deutsch. Mit Händen und Füßen kommt man aber immer irgendwie weiter.

  • Währung: Euro (€).

  • Zeitzone: UTC+1 (Kein Zeitunterschied zu Deutschland).

  • Klima: Mediterran. Heißer, trockener Sommer; milder, aber regenreicher Winter. Beste Reisezeit: März–Juni & September–November.

  • Besonderheit: Sizilien hat drei verschiedene Meere (Tyrrhenisches, Ionisches und Mittelmeer), die die Insel umschließen.

Stand Anfang 2026

Einreise & Bürokratie

  • Anreise: Nur mit der Fähre. Es gibt mehrere Möglichkeiten z.B. ab Genua, Livorno, Neapel, etc. nach Palermo zu fahren oder die kürzeste Fährfahrt von Süditalien ab Villa San Giovanni nach Messina. Diese kurze Fährfahrt von unter einer Stunde kostet aber je nach Rederei 40-60€ pro Camper (Größe ist dabei egal). 
  • Visum & Dauer: Keine Einschränkung für EU-Bürger.
  • Dokumente: Da Italien EU ist, reicht der Personalausweis und die normale Grüne Versicherungskarte.
  • Zoll: Wenn man von einem italienischen Hafen kommt, gibt es keine Extra Zollkontrolle.
  • Fahrzeug: Keine Sonderregeln für LKW, außer die üblichen Fahrverbote in Innenstädten - Höhen/Breiten-Beschränkungen sind in Sizilien äußerst ernst zu nehmen. Sonst hängt man schnell mal in einer kleinen Altstadt fest und das macht keinen Spaß.

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Fahren & Wege

  • Maut: Es gibt Mautstationen. Viele Abschnitte sind aber kostenlos. Meistens kann man auch eine Alternativroute auf der SS-Straße wählen. Allerdings lohnt sich Maut allemahl wenn man sich zahlreiche Höhenmeter und kleine Ortschaften sparen kann. 
  • Straßenzustand: Die Straßen sind oft eine Katastrophe. Schlaglöcher sind tief und kommen plötzlich.
  • LKW-Spezifisch: Sizilianische Dörfer sind eng. Wer über 2,50 m breit oder sehr hoch ist, muss bei Balkonen und parkenden Autos extrem aufpassen. Wir empfehlen Navi-Vorschläge immer mit Google Satellit prüfen und ggf. Umwege wählen.
  • Allrad: Brauchst du hier fast nie. Nur für manche einsamen Strandspots ist ein bisschen mehr Grip oder Bodenfreiheit ganz nett.

Versorgung (Autarkie)

  • Wasser: Super einfach. Fast jedes Dorf hat öffentliche Brunnen. Die Qualität ist top, allerdings benötigt man manchmal einen Wasserdieb oder Gießkanne, da es keinen direkten Hahn zum anschließen gibt.

  • Diesel: Ähnlich wie auf dem Festland. Minimal günstiger als in Deutschland. Achtet auf "Fai da te" (Selbsttanken), das spart im Vergleich zum "Servito" (Bedienung) locker 20 Cent pro Liter.

  • Gas/LPG: LPG-Tankstellen gibt es genug. Unsere deutschen Flaschen wurden mit unserem eigenen Adapter gefüllt, auch wenn es offiziell nicht jeder darf.

  • Müll: Das größte Problem. Öffentliche Tonnen sind kaum vorhanden. Wer autark steht, muss seinen Müll oft tagelang spazieren fahren, bis man an einer Tankstelle oder einem Stellplatz legal entsorgen kann. Unserer Meinung nach, ist das ein großes Problem und leider sieht man das auch - an Parkbuchten, am Strand, im Wald....beinahe überall liegt Müll rum. Von einzelnen Verpackungen bis zu ganzen Mülldeponien. Das ist wirklich schlimm. Und fremden Müll aufsammeln ist aber auch schwierig, da man selbst ja kaum weiß wohin damit.

Stellplätze & Sicherheit

  • Freistehen: In der Nebensaison absolut kein Problem. Wir standen oft direkt am Meer und auch mehre Tage am selben Ort - wir wurden nie weggeschickt. Bei ausdrücklichen Verbotsschildern sollte man allerdings weiter fahren.
    ➡️ Du willst auch an solch schönen Orten stehen? Sicher dir unsere Sizilien-Karte am Ende der Seite.

  • Vibe: Die Leute sind eher zurückhaltend. Wenn man freundlich zuwinkt, wird aber meistens zurück gewunken. Wer ein paar Brocken Italienisch kann, gewinnt allerdings sofort an Pluspunkten.

  • Sicherheit: Wir haben uns immer sicher gefühlt. Klar, in Großstädten oder auf Rasthöfen besteht immer die Gefahr von Einbruch & Diebstahl. Unser Tipp: in den verlassenen Ecken ist die Gefahr geringer und wir hatten wirklich keinen einzigen fragwürdigen Moment.

  • Tiere: Es gibt teilweise Streuner (Katzen & Hunde), die sind aber meist scheu oder suchen Liebe. Je nach Jahreszeit und Region gibt es vermehrt Eichenprozessionsspinner, Seeigel, Quallen und Schlangen auf die man vielleicht achten sollte. Wir hatten allerdings keine tierischen Probleme.

Alltag & Kosten

  • Internet: 4G/5G Abdeckung ist fast überall stabil und dank Roaming mit der deutschen SIM-Karte kein Problem.

  • Einkaufen: Wenn möglich geht in die kleinen Läden oder auf den Markt. Obst, Gemüse und Fleisch sind dort billiger und schmecken tausendmal besser. Für den Großeinkauf ist der Lidl allerdings die beste und günstigste Wahl - meist auch mit großzügigen Parkplätzen.

  • Preise: In touristischen Gebieten ist Essen gehen - wie überall - immer teurer. Es lohnt sich in den kleinen Dörfern eine familäre Pizzeria anzusteuern. Regionale Lebensmittel sind günstig und wenn man etwas darauf achtet, was man kauft, kann man wesentlich günstiger als in Deutschland auskommen.

  • Wäsche: Waschsalons (Self-Service) gibt es in den größeren Städten genug. 
    ➡️ Du willst wissen welche Waschsalons gut anzufahren sind? Sicher dir unsere Sizilien-Karte am Ende der Seite.

Der größte Minuspunkt für die Insel (aber auch den Rest Italiens) ist der Müll. Ständig ist man auf der Suche, wo man irgendwo seinen Müll los werden kann und man kommt sich fast kriminell vor, wenn man einen kleinen Bushaltestellen-Mülleimer füllen muss. Das hat uns sehr gestresst und auch, dass an so viel schönen Orten, sich regelrechte Mülldeponien auftürmen. 

Ein weiterer Minuspunkt sind die verbauten Küsten. Wir stehen gerne frei, umgeben von Natur. Es gab einige schöne Ecken, an denen das Freistehen (in der Nebensaison) auch toleriert ist - man muss sie aber schon Suchen.

TROTZDEM: Würden wir wieder hin reisen. Es gibt so schöne Ecken und die Insel ist wahnsinnig abwechslungsreich. Hohe Berge zum Wandern mit Spektakulärer Aussicht. Allein der Ausflug auf den Etna lohnt sich.


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