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Mit dem Camper nach TUNESIEN - unser Fazit

Gastfreundschaft und Wüstenabenteuer

Zwischen endlosen Sanddünen, lebhaften Souks und einer Gastfreundschaft, die wir so selten erlebt (und nicht erwartet) haben – Tunesien hat uns tief beeindruckt. Wir haben fast drei Monate in diesem nordafrikanischen Land verbracht und sind mit dem LKW tief in den Süden - bis zum verlorenen See - vorgedrungen.

 

Eines können wir versprechen: Tunesien ist das perfekte Einsteigerland für alle, die das erste Mal afrikanischen Boden unter den Reifen spüren wollen. Wer die Sahara erleben will, braucht allerdings ein Allrad-Fahrzeug, ein wenig Abenteuerlust, starke Nerven und Vertrauen in sein Fahrzeug.

Wir fuhren Ende Dezember 2025 von Palermo mit der Fähre (GNV) nach Tunis. Die Einreise und der Zoll am Hafen sind ein Erlebnis für sich – man braucht Geduld, aber die Beamten waren stets freundlich und korrekt.

Für uns ging es danach zügig Richtung Süden, immer der Sonne und vor allem dem Sand entgegen. Die kommenden Wochen verbrachten wir überwiegend in der Sahara. Wir waren wirklich überrascht, wie sicher und willkommen wir uns in diesem Land fühlten. Für uns steht fest: Das war nicht das letzte Mal, dass wir hier waren.

Zahlen, daten, fakten

  • Fläche: ca. 163.610 km² (Zum Vergleich: Deutschland hat 357.683 km²)

  • Einwohnerdichte: ca. 75 Personen/km² - definitiv dichter besiedelt im Norden (Zum Vergleich: Deutschland hat ca. 233).

  • Sprache: Arabisch (Tunesisch-Arabisch). Französisch ist Zweitsprache und wird fast überall gesprochen. Mit Englisch kommt man in den Städten oder touristischen Gegenden gut weiter.Uns hat der Google-Übersetzer auch gut geholfen.

  • Währung: Tunesischer Dinar (TND) - 1Tunesischer Dinar entspricht 0,29€
    Ohne Bargeld geht hier gar nichts - meistens nicht mal das Tanken. Am Besten hat man direkt ein paar Hundert € dabei um am Hafen zu wechseln. Ansonsten gibt es in größeren Ortschaften Wechselstuben und Bankautomaten, an denen man direkt Dinar abheben kann. ACHTUNG: Manchmal sind Abhebungen am Automaten auf 300 TND limitiert.
    Vor Anreise Geld wechseln geht nicht, da es offiziell verboten ist tunesiche Dinar ein- oder auszuführen.

  • Zeitzone: UTC+1 (Kein Zeitunterschied zu Deutschland).

  • Klima: Norden mediterran, Süden Wüstenklima. Beste Reisezeit: Oktober–April (Sommer ist extrem heiß!).

  • Besonderheit: Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas und das Tor zur Sahara.

Stand Anfang 2026

Einreise & Bürokratie

  • Anreise: Nur mit der Fähre ab Italien oder Frankreich z.B. ab Genua, Palermo, Marseilles. Ankunft ist in der Hauptstadt Tunis. Nachdem man die Fähre verlassen hat, muss man zu verschiedenen Stationen (Pass stempeln lassen, Fahrzeug registrieren, ggf. Verischerung abschließen, Geld wechseln). Bei der Rückfahrt empfehlen wir eine Abfahrt tagsüber, da dort das Flüchtlingsrisiko wesentlich geringer und so die Kontrollen entspannter sind.
  • Visum & Dauer:  Deutsche Staatsbürger erhalten bei Einreise ein kostenloses Touristenvisum für bis zu 90 Tage. Wenn man mit eigenem Fahrzeug einreist, dann wird dieses mit in den Pass gestempelt, damit man auch mit Fahrzeug wieder ausreist.
  • Dokumente: Reisepass erforderlich (muss noch 6 Monate gültig sein). Die Grüne Versicherungskarte gilt oft nicht – eine lokale Versicherung kann direkt am Hafen abgeschlossen werden. Wir haben ca. 70€ bezahlt (nur Barzahlung tunesische Dinar).
  • Zoll: Temporäre Einfuhrgenehmigung für das Fahrzeug (Triptik) wird am Hafen ausgestellt. Drohnen sind streng verboten und werden beschlagnahmt, wenn sie gefunden werden! Andere Sachen wie Alkohol, Tabak, Fleisch, etc. hat niemanden groß interessiert. Die Kontrolle war auch sehr entspannt. 
  • Fahrzeug: Es gibt keine speziellen Verbote für LKWs, aber Militärzonen im tiefen Süden erfordern teilweise Genehmigungen.

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Fahren & Wege

  • Maut: Nur wenige Autobahnen im Norden sind mautpflichtig. Die Kosten sind sehr gering und meist unter 1€ für die ganze Strecke (Barzahlung).
  • Straßenzustand: Die Hauptstraßen sind meist gut asphaltiert und teilweise besser als in Südeuropa. Wir waren überrascht. Im Süden gibt es oft Pisten, die durch Sandverwehungen (Dünen auf der Straße) tückisch sein können.
  • LKW-Spezifisch: Überhaupt kein Problem. Die Straßen sind breit und wir kamen überall sehr gut durch. Nur in den alten Medinas (Altstädten) sollte man nicht reinfahren. Wenn es doch mal eng wird, sind sofort Einheimische zur Stelle, die die Straße sperren oder zusätzlich beim Einweisen helfen.
  • Allrad: Wer in die Wüste will (z.B. südlicher wie Ksar Ghilane oder Douz), braucht zwingend Allrad, Sandbleche und am besten ein weiteres Fahrzeug. Ansonsten kommt man auch sehr gut mit normalen Campern durch das Land.

Versorgung (Autarkie)

  • Wasser: An vielen Tankstellen oder öffentlichen Brunnen möglich. In den Bergregionen gibt es auch Quellen - an diesen ist die Qualität sehr gut. Manchmal benötigt man einen Wasserdieb oder Gießkanne, da es keinen direkten Hahn zum anschließen gibt. Je näher man der Wüste kommt, desto rarer wird das Wasser. Oft ist es salzig und ist nicht trinkabr, auch nicht mit Filteranlage. 

  • Diesel: Sehr günstig (ca. 0,57€ pro Liter - Stand Februar 2026). Die Qualität ist in Ordnung, aber Schwefelgehalt ist höher als in der EU und wir hatten viel Dreck in unserem Vorfilter – daher besser Ersatzfilter einpacken! Es gibt am Straßenrand auch offizielle Schmugglertankstellen. Dieser Diesel kommt aus Algerien, ist noch günstiger, aber nicht unbeding zu empfehlen, da dieser meistens noch gestreckt wird.

  • Gas/LPG: LPG-Tankstellen sind selten. Im Norden und auf Djerba hat man die besten Chancen. Unsere deutschen Flaschen wurden dort mit unserem eigenen Adapter gefüllt, auch wenn es offiziell nicht jeder darf.

  • Müll: In besiedelten Gebieten überall präsent. Es gibt zwar teilweise Mülltonen, die Realität sieht aber so aus, dass der Müll meistens nur an den Stadtrand geschafft wird und dort liegt. Durch Wind und Tiere verteilt sich beosnders der Plastikmüll großflächig. Auch vor sich hin brennende Müllhalden sind keine Seltenheit. Wer in die Wüste fährt, muss einkalkulieren, dass jedes Stückchen Müll wieder mit raus muss. Auch Biomüll - denn dort verottet nichts.

Stellplätze & Sicherheit

  • Freistehen: Absolut unkompliziert und fast überall geduldet. In Grenzregionen oder Stadtnah kann es schwieriger werden und auch vorkommen, dass man von der Nationalgarde zu einem sicheren Platz eskortiert wird. Ansonsten schaut die Nationalgarde auch so mal vorbei, aber nur um nach dem Rechten zu sehen und die Personalien aufzunehmen.
    ➡️ Du willst auch an solch schönen Orten stehen? Sicher dir unsere Tunesien-Karte am Ende der Seite.

  • Vibe: Die Menschen sind unglaublich freundlich. Wenn wir durch Ortschaften fuhren, wurde uns freudig zugewunken und teilweise wurden wir einfach so beschenkt. In Touri-Gebieten kann es vorkommen, dass ein Guide eine Führung verkaufen will oder in Städten/Hafen gibt es vermehrt Bettlerei. Wir haben uns allerdings nie bedrängt gefühlt.

  • Sicherheit: Wir haben uns zu jeder Zeit sicher gefühlt. Die Präsenz der Polizei/Garde ist besonders in Grenzgebieten und Städten hoch. Hauptsächlich werden aber Einheimische Fahrzeuge kontrolliert und die Nationalgarde will nur gelegentlich wissen wo man her kommt und wo man hin möchte. 

  • Tiere: Es gibt teilweise Streuner (Katzen & Hunde), die sind in den Städten aber eher präsent und nicht aufdringlich. In der Wüste gibt es Skorpione und Schlangen (saisonabhängig), also Augen auf beim Laufen.

Alltag & Kosten

  • Internet: Sehr günstig. Eine lokale SIM (z.B. Ooredoo) kostet wenig, Datenpakete sind extrem billig und die Abdeckung ist ganz gut. Man muss sich allerdings irgendwie registrieren - ansonsten funktioniert die SIM-Karte in dem Gerät nach 30 Tagen nicht mehr (bei uns hat das Registrieren nicht geklappt hat und so mussten wir die Karte in ein anderes Handy legen). ACHTUNG: in der Wüste gibt es keinerlei Netzabdeckung. Dort funktioniert nur Starlink oder ein Satellitentelefon. 

  • Einkaufen:  Es gibt in den Städten Supermärkte (wie z.B. Carrefour). Ansonsten hat aber jeder noch so kleine Ort einen Mini-Markt. Es gibt allerdings sehr viel abgepackt und in Konserven. Die Kühlung ist in Tunesien noch ein großes Problem und daher gibt es hauptsächlich Dinge, die ohne Kühlschrank lange gelagert werden können. Am Straßenrand kann man auch vieles Einkaufen (Obst, Gemüse, Brot) und das meistens sehr günstig. Alkohol gibt es nur in ganz speziellen Geschäften zu kaufen und nur in Großstädten oder auf Djerba. Bei Metzgereien ist es ganz normal, dass das lebende Tier draußen angebunden ist und wenn geschlachtet wurde, dann hängt der Kopf oder das Fell am Eingang. So sieht man, was es gerade für Fleisch zu kaufen gibt.

  • Preise: Tunesien ist sehr günstig. Wir waren oft für unter 5€ Essen (für 2 Personen). Brot kostet fast nichts, da es subventioniert ist. Regionales Obst & Gemüse ist ebenfalls günstig (Bananen dagegen sehr teuer).

  • Wäsche: Waschsalons sind eher selten. Wir haben hauptsächlich auf Campingplätzen gewaschen.
    ➡️ Du willst wissen wo es Möglichkeiten zum Waschen gibt? Sicher dir unsere Tunesien-Karte am Ende der Seite.

Tunesien hat unser Herz im Sturm erobert. Ganz besonders die endlose Weite der Sahara - das Licht und der Sternenhimmel in der Wüste sind unbezahlbar. 

Das Land hat neben der Wüste aber noch viel mehr zu bieten - Canyons, alte Berberdörfer, Wandergebiete, Stauseen und weiße Sandstrände am Mittelmeer. Egal ob man den Adrenalinkick bei einer Offroadtour sucht oder in der abwechslungsreichen Natur entspannen will - Tunesien bietet für jeden was.


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Du hast es sicher schon gemerkt: Wir lieben es, mit unserem LKW an Orten zu stehen, die nicht nur idyllisch und ruhig sind, sondern auch genug Platz für ein großes Fahrzeug bieten.

Als Vollzeitreisende wissen wir aber auch, dass die Suche nach dem perfekten Spot – und vor allem nach verlässlichen und praktischen Alltags-Punkten – manchmal echt Zeit und Nerven kosten kann.

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